Die Ebene vor den alten Ruinen von Caledor lag im fahlen Licht der Morgendämmerung, als die Heere der Hochelfen und Vampire aufeinandertrafen. Auf den Hügeln bezogen die Hochelfen Stellung. Reihen der Seegarde spannten ihre Bögen, während die Schwestern von Avelorn ihre magischen Pfeile vorbereiteten. Über allem kreisten zwei gewaltige Sternendrachen, deren Schuppen im Sonnenlicht funkelten.
Auf der gegenüberliegenden Seite sammelten sich die Legionen der Untoten. Blutritter, Tausende von Fledermäusen und geisterhafte Kreaturen marschierten schweigend voran, angeführt von den Vampirfürsten. Ohne Zögern befahlen diese den Vormarsch. Die untoten Reihen rückten unerbittlich nach vorne, ungeachtet des verheerenden Beschusses, der auf sie niederprasselte.
Schon in den ersten Augenblicken der Schlacht fällten die Hochelfen zahllose Untote. Pfeile durchbohrten Skelette, magische Geschosse zerrissen ganze Formationen. Doch wo ein Untoter fiel, schien bald ein anderer seinen Platz einzunehmen. Die dunkle Magie der Vampire hielt ihre Reihen zusammen.
Dann erfolgte der erste Schockmoment der Schlacht. Mit unheimlicher Geschwindigkeit stürzten die Sensenreiter aus den Nebelschwaden herab. In ihrem Überflug rissen ihre verfluchten Klingen durch die Reihen der Schwestern von Avelorn. Köpfe rollten über das Schlachtfeld, und die Elitebogenschützinnen wurden ausgelöscht.
Der Anblick dieses Grauens erschütterte die nahe stehende Seegarde zutiefst. Die Disziplin der Elfen brach für einen Moment zusammen. Panisch wandten sie sich vom Feind ab und ergriffen die Flucht, während die Untoten ihren unerbittlichen Vormarsch fortsetzten.
Bald darauf prallten die Hauptstreitkräfte aufeinander. Was folgte, war ein erbitterter Nahkampf entlang der gesamten Front. Hochelfen und Untote rangen um jeden Meter Boden. Klingen blitzten, Schilde zerbarsten und magische Energien erleuchteten das Schlachtfeld.
Besonders die beiden Sternendrachen erwiesen sich als nahezu unbezwingbar. Immer wieder stürzten sie sich in die Reihen der Vampire, zermalmten Untote unter ihren Klauen und verbrannten bereits totes Fleisch mit ihrem Drachenodem. Mehrfach schien es, als könnten sie die Schlacht allein entscheiden.
Doch die Vampire verfügten über eine Waffe, gegen die selbst die größten Bestien kaum ankamen: die Zeit und die Macht des Todes. Immer wieder erhoben sich gefallene Krieger aus dem Staub. Zerschlagene Regimenter formierten sich erneut. Jeder hart errungene Erfolg der Hochelfen wurde durch dunkle Nekromantie zunichtegemacht.
Stundenlang tobte die Schlacht. Die Sternendrachen kämpften bis zur Erschöpfung, während die verbliebenen Elfen verzweifelt versuchten, die endlosen Wellen der Untoten aufzuhalten. Doch schließlich wurden ihre Reihen immer dünner. Die Verluste konnten nicht ersetzt werden, während die Vampire ihre Armee unaufhörlich wieder aufstehen ließen.
Als die Sonne hinter den Bergen versank, gehörte das Schlachtfeld den Untoten. Die wenigen überlebenden Hochelfen zogen sich zurück, während die Vampire zwischen den Gefallenen wandelten und ihren blutigen Sieg betrachteten.Die Sternendrachen hatten nicht bezwungen werden können. Sie hatten unzählige Untote vernichtet und waren bis zuletzt eine gewaltige Bedrohung geblieben. Doch selbst ihre Macht reichte nicht aus, um die unaufhaltsame Flut der Wiedererweckten aufzuhalten.