Dark Elves
| Zug | Ereignis | Zorn | Ruhm |
|---|---|---|---|
| 1 | Viskrit Krallenzahn – Sieg · Bringt mir seinen Kopf! (Schalte den Auserwählten des Gegners aus) · Bringt mir ihre Anführer! (Töte mindestens 3 Champions der gegnerischen Armee) · Weicht nicht zurück! (Nie die Angriffsreaktion Flucht genutzt) | 0 → 0 | +7 |
| 1 | Sir Armand de Valcour – Niederlage · Weicht nicht zurück! (Nie die Angriffsreaktion Flucht genutzt) | 0 → 1 | +3 |
Er sieht, was meine Schwester ihn sehen lässt. Vaelithra beobachtete den Ritter aufmerksam. In seinen Augen lag jene Mischung aus Ehrfurcht und Hoffnung, die sie inzwischen gut kannte. Für ihn war sie keine Druchii, keine Adlige Naggaroths und schon gar keine Feindin. Wie leicht sich manche Menschen doch führen lassen. Sie musste nicht lügen. Nicht einmal besonders viel. Sie musste ihm nur die richtigen Bilder geben und ihn selbst den Rest glauben lassen.
Hinter dem Fass bewegte sich etwas und Vaelithra wusste längst, wer dort saß. Viskrit Krallenzahn, ein kleiner, verschlagener Skaven, der sich für einen außergewöhnlichen Meister der Intrige hielt. Vaelithra unterdrückte ein abfälliges Lächeln.
Soll er nur.
Der Ritter würde ihr folgen. Der Skaven würde glauben, er benutze den Ritter und sie selbst. Dennoch... beide würden genau das tun, was Vaelithra von ihnen erwartete. Unsagbar zwar ihr Gestank, der des Menschen fast so schlimm wie der des gräßlichen Nagers... für den Augenblick musste sie es ertragen und Freude finden an ihrer ebenso großen Dummheit.
Gut-gut. Es ist vollkommen ahnungslos. Ahnungslos und dumm, ja-ja, dummes Mensch-Ding.
Viskrit kauerte hinter dem Fass und beobachtete die Szene durch einen schmalen Spalt. Genau so hatte er es geplant. Es glaubte tatsächlich, dieses geheimnisvolle Elf-Ding sei eine Gesandte irgendeiner menschlichen Gottheit. Lächerlich.
Aber auch sehr nützlich. Das Elfen-Ding wiederum glaubte vermutlich, dass Viskrit ihr ergeben war. Noch besser. Ja-ja. Alle glauben etwas anderes. Und nur Viskrit kennt die Wahrheit.
Er musste sich beherrschen, nicht stolz zu grinsen. Ein falsches Grinsen konnte einen verraten. Besonders wenn man dabei die spitzen Zähne zeigte.
Das Menschen-Ding blickte plötzlich direkt zu ihm. Viskrit erstarrte.
Nein-nein! Es hat mich gesehen.
Doch der Narr wandte sich sofort wieder dem Elfending zu. Viskrit atmete erleichtert auf. Natürlich. Zu dumm ihn zu sehen, zu klug ist Viskrit, zu geschickt, zu gut getarnt. Er hätte beinahe gelacht. Alles läuft genau nach Plan, ja-ja.
Die Herrin hatte ihn tatsächlich hierhergeführt.
Armand spürte, wie sich die Zweifel der vergangenen Monate langsam legten. Seit dem Untergang seiner Familie hatte er geglaubt, dass die Herrin des Sees ihm den Rücken gekehrt hatte und war mit einem verbliebenen Trupp ergebener Ritter losgezogen. Nun stand diese Frau vor ihm, so fremdartig und zugleich so vollkommen, dass es gar keinen anderen Grund für ihre Anwesenheit geben konnte.
Ihre Augen schimmerten im Licht, und ihre Stimme hatte etwas Beruhigendes. Gewiss eine Gesandte der Herrin - das fanden auch seine treuen Questritter. Vielleicht war dies seine letzte Prüfung. Vielleicht sollte er hier, am Ende der Welt, etwas vollbringen, das größer war als all das, was seine Familie verloren hatte.
Er würde ihr folgen. Er würde ihr dienen.
Als Armand den Blick kurz über den Hof schweifen ließ, bemerkte er hinter einem Fass einen seltsam buckligen Diener, der sich dort offenbar versteckt hielt. Merkwürdig. Sein Blick wanderte wie von selbst wieder zur schönen Dame. Nun, sie wird schon wissen, warum sie solche Diener beschäftigt.
Armand beschloss, nicht weiter darüber nachzudenken.